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Erste Portraits

Aktualisiert: 24. Aug. 2023


Ein Brautfoto mit geöffneter Blende, damit der Hintergrund in Unschärfe verschwindet.
Portrait mit großer Blendenöffnung

In meinem ersten Beitrag habe ich euch erklärt, die ersten Aufnahmen mit der "Grünen Automatik" zu machen und euch die Hintergrundinformationen eurer Bilder anzusehen. Dabei werdet ihr festgestellt haben, dass bei Portraitaufnahmen die Blende einen kleinen Wert (f:3,5 oder f:2,2) aufweist. Nun ersuche ich euch, dreht den Einstellring auf Zeitautomatik "A", stellt den ISO-Wert entsprechend dem vorhandenen Licht ein (ISO 100 bis 200 bei hellem Tageslicht,

ISO 400 - 800 bei bewölktem Wetter oder beginnender Dämmerung,

ISO 1200 - 2000 bei schlechter Beleuchtung und einen noch höheren Wert bei Dunkelheit) , verwendet eine mittlere bis lange Brennweite (50mm oder mehr) und öffnet die Blende soweit wie möglich (f:4,5 besser noch f3,5; falls es euer Objektiv zulässt vielleicht sogar f2,8 oder einen noch geringeren Wert). Hier empfehle ich, dass die zu portraitierende Person sich etwas vom Hintergrund entfernt, jedenfalls 2 - 3 Meter oder mehr und macht eure Aufnahmen. Hier möchte ich noch gar nicht auf die Bildgestaltung oder Bildaufteilung eingehen, sondern den Schwerpunkt auf die Handhabung der Kamera zu richten.

Ihr werdet feststellen, dass sich die Person deutlich vom unscharfen Hintergrund abhebt und dadurch das Bild an Ausdruckskraft gewinnt.


Ein Portrait mit einem verzerrten Gesicht, hervorgerufen durch Weitwinkelobjektiv und geringem Abstand zwischen Kamera und Motiv
Portrait mit Weitwinkelobjektiv

Dieses Bild ist ein extrem-Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Aber es macht Spaß, wenn ihr zu zweit einmal experimentieren wollt und die Ergebnisse mit verschiedenen Einstellungen vergleicht. Dieses Bild links entstand mit 16 mm Brennweite. Also mit einem Ultra-Weitwinkelobjektiv. Damit das Gesicht auch formatfüllend dargestellt wird, war ein Abstand von nur einigen Zentimetern möglich, jedenfalls deutlich unter einem halben Meter. Dadurch wirkt das Bild auch derart verzerrt. Die Nase wirkt knollenartig, die Ohren scheinen beinahe zu verschwinden. Bilder wie diese erlauben nur den Spaßfaktor beim Shooting, oder dienen als negatives Anschauungsobjekt.

Im Gegensatz dazu wurde das gleiche Bild mit einer Brennweite von 70 mm und einem entsprechend großen Abstand zwischen Kamera und Motiv aufgenommen, wo das Ergebnis eine ganz andere Sprache spricht.

Portrait, aufgenommen mit 70mm Brennweite und entsprechendem Abstand zwischen Kamera und Motiv, die Proportionen sind korrekt.
Portrait mit längerer Brennweite

Hier passen die Proportionen, das Bild wirkt natürlich. Beachtet auch, dass ihr den Schärfepunkt beim Fokussieren auf ein Auge legt. Beim Portrait ist es wichtig, dass die Augen scharf abgebildet sind. Wenn die Person den Kopf leicht schräg hält, sollte das Auge, das näher bei der Kamera ist, scharf abgebildet sein.



Je nachdem, ob ihr ein Kopfportrait erstellt, ein Brustbild macht oder eine Ganzkörperaufnahme würde ich die Höhe der Kameraposition entsprechend anpassen. Speziell beim Kopfportrait achtet darauf, dass die Kamera auf Augenhöhe ist, beim Brustbild kann/darf die Kamera etwas niedriger positioniert werden, bei der Ganzkörperaufnahme sogar bis auf Körpermitte herunter rutschen. Natürlich könnt ihr diese Empfehlung außer Acht lassen und eine andere Perspektive wählen.

Wenn ihr nun die ersten Ergebnisse am PC anseht, werdet ihr mitunter ein paar zufrieden stellende Bilder haben, einige werden euch nicht gefallen. Jetzt geht es darum, mit der Kamera zu "spielen". Ändert die Blende, schließt sie bis zu f:8, ihr werdet feststellen, dass die Belichtungszeit plötzlich länger wird und die Gefahr des Verwackelns besteht. In diesem Fall könnt ihr den ISO-Wert etwas anheben, dann wird die Belichtungszeit etwas verkürzt, das Bildrauschen wird geringfügig mehr, aber bei guten Lichtverhältnissen nicht gravierend spürbar.

Bewegt euch um euer Modell, oder animiert euer Modell dazu sich zu bewegen, egal ob zu tanzen, zu hüpfen oder sportliche Bewegungen zu machen.





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